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Acarajé: in Öl ausgebackene runde Küchlein, die mit einer scharfen Soße (vorwiegend mit Krabben) gefüllt werden. Sie werden von in Weiß gekleideten, der Zunft der "Baianas de Acarajé" zugehörigen Frauen verkauft, die in Bahia besonderes Ansehen genießen. Der Name Acarajé  stammt von den Yoruba- Ausdrücken acará (Feuerkugel) und jé (j= weiches sch: essen), heißt also "Feuerkugel essen" (Quelle: Revista eletrônica do IPHAN). Die Herkunft des Gerichts wird im Mythos über das Verhältnis von Xangô mit seinen Frauen Oxum und Iansã erklärt. Das Küchlein ist also eine Opfergabe an diese Orixás .

Afrikanische Kultur in Brasilien (Ursprünge):

Die portugiesische Krone war 1452 von
Papst Nicolaus V. dazu "bevollmächtigt worden, "Sarazenen, Heiden und andere Ungläubige" zu unterwerfen, sich deren Güter und Landereien zu bemächtigen und die einheimische Bevölkerung zu ewiger Sklaverei zu verdammen. Auf diese Weise erhielten die Portugiesen die "Legitimation", die dazu führte, dass während 3 Jahrhunderten etwa 5 Mio. Afrikaner als Sklaven der portugiesischen Kolonialherren nach Brasilien verschleppt wurden. Über die "Verlade- und Entladeorte" und die Zahl der betroffenen Menschen sowie den Zeitraum der jeweiligen Sklaventransporte gibt es kaum präzise Angaben. Diese Sklaven wurden hauptsächlich in Salvador, Recife, Rio de Janeiro und Paraty an Land gebracht.
 
                                                                             
Sie entstammten un
zähligen Stämmen. Dem entsprechend groß war die Zahl der vertretenen Sprachen und Dialekte -ein wahres Babylon. Die Portugiesen achteten sehr darauf, dass sowohl während des Transportes, als auch an den späteren Einsatzorten keine Konzentration von Sklaven des selben Volkes entstanden. Diese Strategie, und auch die unterschiedlichen Religionen und Stammeskulte der Sklaven, behinderte sehr stark die gegenseitige Verständigung und Solidarisierung unter ihnen.                                        

Im 16. Jahrhundert gelangten
überwiegend Sklaven aus dem Guinea-Raum, und im 17. Jh. aus dem Kongo und aus Angola (vornehmlich Bantu-Gruppen) nach Brasilien. In den letzten 70 bis 100 Jahren des Sklavenhandels mit Brasilien wurden in großer Zahl Menschen aus der Region der heutigen westafrikanischen Staaten
Ghana (ehemals Goldküste), Togo, Benin (dem früheren Dahomey) und Nigeria und diese umgebenden Gebieten nach Salvador verschleppt.

Auch nach dem Verbot von Sklaven-Import wurden Afrikaner noch eine Zeit lang aus verschiedenen Teilen Afrikas nach Brasilien "geschmuggelt". Die Taktik der Portugiesen, Afrikaner
zu versklaven, beruhte überwiegend darauf, entweder mit afrikanischen Herrschern Pakte einzugehen, um an deren Kriegsgefangene zu gelangen, oder afrikanischen Mittelsmännern den Auftrag zu erteilen, im Hinterland Sklaven zu "besorgen". So nahmen die Portugiesen zunächst friedlichen Kontakt mit dem Königtum Kongo auf (1483) und schlossen einen Pakt (1512), der formal den Kongoherrscher dem portugiesischen König gleich stellte . Während die Portugiesen auf diese Weise eine Vormachtstellung auf diese Weise absichern wollten, mit dem Ziel, möglichst viele kongolesische Gefangene in Sklaven zu verwandeln, rechnete sich der Kongokönig eine Stärkung seiner Position gegenüber anderen Machthabern der Region aus. Allerdings sollte die Zuwendung der Portugiesen nicht allzu lange dauern. Als sie erkannten, dass südlichere Gebiete noch viel versprechender für ihre Interessen waren, verlegten sie ihre Einflusssphäre nach Angola.

Derartige Interventionen schürten natürlich Konflikte zwischen den einzelnen (afrikanischen ) Reichen; es kam zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die letztlich die europäische Hoffnungen auf Rekrutierung von Sklaven erfüllten. Die Auswirkungen des Sklavenhandels auf die afrikanische Welt ist bekannt. Die Palette reichte von nicht enden wollenden Kleinkriegen bis hin zu Umstrukturierungen von Gesellschaften, die sich auf die Auslieferung von Sklaven spezialisierten: Millionen von Toten, Millionen von in die Neue Welt verschifften Sklaven.
Der so genannte Dreieckshandel war im Grunde eine portugiesische "Erfindung": an der afrikanischen Küste wurden billige Produkte gegen Sklaven getauscht, die man nach Amerika verschiffte und dort gegen Rohstoffe handelte. Diese wiederum wurden nach Lissabon gebracht und dort zu Höchstpreise verkauft. Zahlungsmittel in jenem Dreieckshandel wurde somit der Schwarze Sklave. Diese Menschen wurden dann zunächst fast ausschließlich im Zuckerrohranbau eingesetzt. Die Tatsache so gearteter Kooperation afrikanischer Herrscher und Opportunisten mit Europäern zu Ungunsten eines Teils der Afrikaner wird von den brasilianischen Nachfahren eben dieser Ausgebeuteten verständlicherweise als sehr unwürdig und traumatisierend erlebt. Die Enttabuisierung dieser Episode kommt in Brasilien erst jetzt allmählich in Gang.

Afro- BrasilianerInnen werden die Nachfahren von afrikanischen Sklaven, die nach Brasilien "verfrachtet" wurden, genannt. Als Beispiel von Schicksale von Afro- BrasilianerInnen möchte ich hier jeweils einen Zeitungsartikel über Gilberto Gil, bis kürzlich Kulturminister Brasiliens, und über Straßenkinder- und Jugendliche in Salvador (diese entstammen größtenteils ebenfalls afrikanischen Sklaven) vorstellen.
Brasilien hat nach Nigeria die zweitgrößte schwarze Bevölkerung der Welt. Im Jahr 2000
waren von den fast 170 Millionen Brasilianern 76,5 Millionen Afro-BrasilianerInnen.

Baianas de Acarajé: als Brasilien noch portugiesische Kolonie war, wurde es schwarzen Sklavinnen mit der Zeit ermöglicht, sich als Straßenverkäuferinnen zu betätigten, wobei sie einen Teil ihrer Einnahmen an den Sklavenhalter abgeben mussten (von dem Angesparten konnte manche von ihnen von ihnen die Freiheit erkaufen). Sie balancierten hierzu auf dem Kopf ein Tablett durch die Straßen, auf dem sich die Lieblingsspeisen der Orixás befanden, welche an Passanten verkauft wurden. Nur im Candomblé Initiierte durften dies tun. Hierbei trug jede Kleidung und Schmuck des ihr entsprechenden Gottes. Ursprünglich durfte Acarajé nur von den Initiierten Iansãs, der Göttin des Windes, der Blitze und Gewitter, verkauft werden, ein Brauch, der  allmählich aufgelockert wurde. Seit jener Zeit ist der Acarajé- Verkauf eine der Möglichkeiten der Afro- Brasilianerinnen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Seit ca. 50 Jahren ist dieser Verkauf in Salvador an bestimmte Stellen in der Stadt gebunden, wo diese Frauen ihre Spezialitäten verkaufen (siehe auch bei Speisen).
 

Balé Folclórico da Bahia: bei dem 1988 entstandenen und international renommierten Folklore- Ballet von Bahia handelt es sich um die einzige professionelle Folkloretanz- Truppe Brasiliens. Sie setzt sich aus Tänzern und Musikern zusammen und hat den Alltag und die Kultur Bahias, einschließlich der afrobrasilianischen Religion Candomblé (siehe unten) zum Thema.

Bloco carnavalesco : es handelt sich um eine Gruppe von Personen, welche häufig in gleicher Kleidung etwas ungeordnet im brasilianischen Straßenkarneval auftritt.

Bloco Afro
ist solch ein Bloco, der Rhythmen, Tänze und Kleidung afrikanischer Tradition und
aus der portugiesischen Kolonialzeit Brasiliens präsentiert (siehe auch bei "Ilê Aiyê", das auf Yoruba "Haus des Lebens" bedeutet. Dieser Bloco wurde 1974 gegründet). Weitere namhafte Blocos Afro: Olodum (gegründet 1979), Ara Ketu (1980), Malê Debalê (1981) und Muzenza (1981).

Bloco Olodum ist das bekannteste Perkussions-Ensemble Bahias. Der Name Olodum entstammt dem Yoruba- Ausdruck „Olodumare“, gleichbedeutend mit "Olorum", dem Gott der Götter und somit oberste Gottheit im Candomblé- Glaube. Die Gruppe entstand vor 25 Jahren als Teil der „Negritude“- Bewegung, deren Leitmotiv die Stärkung des Selbstbewusstseins und des Eigenstolzes der schwarzen Brasilianer ist (diese sind durch die zweifache Versklavung ihrer Vorfahren so traumatisiert, dass es immer noch in Teilen der schwarzen Bevölkerung Brasiliens als „höherwertiger“ gilt, weiß zu sein).Sie wurde zu Beginn durch ihre Auftritte bei den sog. „Blocos Afro“ in Salvadors Karneval bekannt. Der amerikanischen Pop Star Paul Simon lud Olodum dazu ein, den rhythmischen Hintergrund von seiner CD "Rhythm of the Saints" zu gestalten. Olodum betreibt auch mehrere soziale und erzieherische Projekte. An jedem Dienstag spielt die Gruppe auf dem eigenen Musik- Areal „Largo Teresa Batista“ vor zahlendem Publikum. Hierbei werden gemeinsam mit diesem von Olodum selbst kreierte Tanz- Choreografien (es tanzt natürlich nur mit, wer will) und zudem noch der Bahianische Swing: „Suingue Baiano“vorgeführt. (überwiegend entnommen aus www.afropop.org , verändert)
Bumba-meu-boi: folkloristische Darbietung, in denen mittels Tänzen, Gesängen und Vorträgen Ereignisse im Zusammenhang mit Leben, Tod und Auferstehung eines Ochsen* gezeigt werden  . Es handelt sich um eine dramatisches Tanz- und Theaterdarstellung mit höchster ästhetischen und sozialen Bedeutung im brasilianischen Folklore. Bumba-meu-boi entstand auf den  Viehzucht- Fazendas, bzw. in den Zuckerfabriken (sog. usinas de cana-de-açúcar) und Zuckerrohrschnaps (= cachaça)- Brennereien des brasilianischen Nordostens am Ende des 18. Jh.. Die Aufführungen finden im Freien statt und können bis zu 8 Stunden dauern. Die Interpreten stehen dabei mitten in einem durch das Publikum gebildeten Kreis und stehen mit diesem andauernd in einem improvisierten Dialog.

*dieser wird durch einen im inneren eines mit Tüchern überzogenen Metallgestänges agierenden Künstlers dargestellt


Candomblé: eine in Bahia allgegenwärtige und in unterschiedlichen Varianten in ganz Brasilien und einigen Nachbarländer praktizierte afro-brasilianische Religion, in der die Orixás verehrt werden. Der Candomblé in Bahia hat seinen Ursprung vor allem im Glauben der Yoruba, die als Sklaven von den Portugiesen aus der Region des heutigen Nigerias und Benins (dem ehemaligen Dahomei) vor allem in das Gebiet des heutigen Bundesstaates Bahia verschleppt worden sind.


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Capoeira oder  Jogo de Capoeira, Entstehung und Bedeutung: von afrikanischen Sklaven in Brasilien entwickelte Kampf- und Tanzkunst. Den schwarzen Sklaven war in der Regel Waffenbesitz untersagt. Aus diesem Grunde entwickelten sie ein als Tanz getarntes "Gesellschaftsspiel", das "jogo de capoeira" (wörtl.: Capoeira- Spiel), welches auch sehr effektiv als Kampfsport eingesetzt werden kann. Im Ernstfall ist es ohne weiteres möglich, mittels "Capoeira" jemanden ernsthaft zu verletzen oder gar zu töten.

"Capoeira verbindet so Gegensätzliches, wie Kampf und Tanz, Gewalt und Ästhetik, Spiel und tödlichen Ernst, Ritual und Spontaneität,, choreographische Strenge und Bewegungsimprovisation, Magie und Realitätssinn, Körperschulung und Lebensphilosophie" (sekundär zitiert nach Onori, 1988).

Die "Roda de Capoeira" wird von einem oder mehreren "Berimbaus" musikalisch an- und eingestimmt. Das Berimbau ist ein 1-saitiges Instrument, dessen Schwingkörper aus einer Kalebasse besteht. Dazu gehört auch ein "caxixi", eine Rassel aus einem mit Samenkörner gefülltem Körbchen. Als weitere Begleitinstrumente sind Doppelglocken (agogôs), Schrapidiophone ("reco- reco"), Tamburine ("pandeiro") und große stehende Trommeln ("atabaque") üblich. Die ursprüngliche rhythmische Unterstützung war wohl das Händeklatschen, das auch heute noch zu jedem "Spiel" dazugehört (Text überwiegend aus dem Internet).

Die Körperbewegungen und die musikalischen Elemente dieses "Spiels" stammen sehr wahrscheinlich aus dem Angolaraum.

Casa de Jorge Amado: in diesem Museum erhalten Sie reichlich präzise Informationen über Werk und Leben Jorge Amados, dem weltbekannten bahianischen Schriftsteller, der uns in seinen Romanen sehr lebendig und treffend Alltag, Religion und Mystik Bahias nahe bringt.

Casa do Benim: hier können Sie im Vergleich die Kultur und Religion im Königreich Dahomei (dem heutigen Staat Benin in Westafrika) und in Salvador anhand von Geschichte, Kunst- und Kultgegenständen und der Architektur in beiden Regionen beobachten. Viele der nach Brasilien verfrachteten schwarzen Sklaven entstammen der Region Dahomei. Anfangs des 20 Jahrhunderts gab es eine Rückwanderungswelle ehemaliger Sklaven und deren Nachfahren von Bahia dorthin.

Dique do Tororó: Stadtsee in Salvador, in dem ein Monument an die Orixás steht. Für die Gläubigen der Candomblé- Religion ist dieser Stadtsee einer der „Wohnungen“ der Göttin der Süßwassers, der Seen und Quellen Oxum (sprich: Oschung, mit Betonung am Ende). Insgesamt präsentieren sich 8 dieser Orixás in dem See: Ogum (Gott des Eisens und des Krieges), Oxóssi (der Jagdgott), Xangô (Gott des Donners und Blitzes), Oxalá (der Vater aller anderen Orixás), Yemanjá (Göttin des Meeres und Mutter der Orixás), Oxum (s.o.), Nanã (ältester weiblicher Orixá) und Iansã ( auch Oyá genannt: Göttin des Windes, der Blitze und Gewitter).  
Feira de São Joaquim (Sankt Joachim- Markt ): hier sind Sie richtig, wenn Sie ein Stück bahianischer Realität an einem Ort suchen, wo einfache Menschen in Bescheidenheit und bei gegenseitigem Respekt eine eigene Welt schufen, in die der Alle- Welt- Tourismus eigentlich so gar nicht reinpasst (weitere Infos dazu im Internet unter „feira de sao joaquim salvador“).
 

Flughafen von Salvador: ist ca. 30 km von Salvadors Stadtzentrum und 65 km von Imbassaí entfernt.


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Gilberto Gil, geb. am 26.Juni 1942 in Salvador da Bahia, ist als Sänger und Komponist eine der hervorragenden und kreativsten Persönlichkeiten der brasilianischen Volksmusik. Mitte der sechziger Jahre vom Bossa Nova inspiriert, begründete er   mit seinem Weggefährten Caetano Veloso den Tropicalismo. Die beiden provozierten die herrschende Militärjunta, wurden inhaftiert, schließlich ausgewiesen und verbrachten drei Jahre im Exil. Nach dem Ende der Diktatur saß Gilberto Gil für die Grünen im Stadtrat von Salvador da Bahia. Vom 1. Januar 2003 bis Juli 2008 war er Kulturminister der Regierung von Präsident Inácio Lula da Silva. Hier erzählt er davon, warum er ein Rebell geblieben ist:

Es gibt Tage, da kann ich sagen: Ich habe geschlafen. Und zugleich: Ich habe nicht geschlafen. Ich habe meditiert. Es kann sein, dass ich nicht schlafe, aber zugleich träume. Die Grenze zwischen Traum und Meditation ist sehr schmal. Bei der Meditation folge ich keiner bestimmten Methode mehr. Ich habe vier, fünf verschiedene ausprobiert. Zwei indische Meister gaben mir Mantras, die ich lange Zeit kultiviert habe. Am Ende gab ich alle Methodik auf, indem ich die Meditation sich selbst offenbaren ließ. Ich gehe so weit zu sagen, dass ich nicht mehr bewusst meditiere. Meditation ist eine Geisteshaltung geworden. Manchmal meditiere ich schlafend, manchmal erlaube ich einfach dem Strom von Raum und Zeit, meinen Gedanken Gestalt zu geben. Meditation heißt: der Dinge gewahr werden.

Gelegentlich wache ich freitags auf und denke: Heute ist Freitag, heute sollte ich weiße Kleidung tragen, so wie es im Candomblé- Glauben üblich ist. Heute muss ich meinen Vorfahren Ehre erweisen. Aber bisweilen sage ich auch einfach: nein. Dann ziehe ich es vor, Schwarz zu tragen, wenn man von mir Weiß erwartet. Und sei es nur, um zu zeigen, dass die Regel die Ausnahme ist. Von Zeit zu Zeit ist es gut, deinen eigenen Glauben zu verneinen, deine Begierden, deine Götter. Religionen haben für mich einen kulturellen Wert. Und damit ist es gut.

Provokationen gehören zu meinem Leben. Auch wenn jetzt manche Leute sagen, früher hätte ich mit Steinen geworfen, heute säße ich im Glashaus. Ich war einer, der das System herausfordert. Ein Rebell, der jede Konvention ablehnt. Das war die Zeit, als ich Steine warf. Heute, als Mitglied der Regierung, verspüre ich trotzdem gelegentlich noch Lust, einen kleinen Stein zu nehmen und ihn übers Dach kullern zu lassen. Diese Dualität ist meine Natur.

Es gibt einen philosophischen Gedanken, den sowohl die Chinesen als auch später die Griechen kannten: Die perfekte Mitte bedeutet, dass zwei Extreme gleichermaßen möglich sind. Es handelt sich dabei nicht um einen festen Zustand oder Ort. Die richtige Mitte liegt in der Bewegung zwischen zwei Polen. Manchmal befindet man sich an einem Pol, der ein Extrem darstellt. Und im nächsten Moment ist man genau das Gegenteil. Dazwischen ist man in den verschiedensten Positionen. Das ist die Dynamik des Lebens.

Es gibt einen philosophischen Gedanken, den sowohl die Chinesen als auch später die Griechen kannten: Die perfekte Mitte bedeutet, dass zwei Extreme gleichermaßen möglich sind. Es handelt sich dabei nicht um einen festen Zustand oder Ort. Die richtige Mitte liegt in der Bewegung zwischen zwei Polen. Manchmal befindet man sich an einem Pol, der ein Extrem darstellt. Und im nächsten Moment ist man genau das Gegenteil. Dazwischen ist man in den verschiedensten Positionen. Das ist die Dynamik des Lebens.

Politik ist eine Kampfkunst. Es ist unmöglich, sich Politik ohne Konflikt und Disput vorzustellen. Zugleich muss sie bestimmten Regeln folgen. Man muss seinen Gegner respektieren. Es ist wie ein zivilisierter Krieg. Ein Dichter steht auf dem Schlachtfeld der Politik nicht besser oder schlechter da als andere. Die Poesie hat ihr eigenes Reich. Aber ich mag es, wenn sich diese Sphären vermischen. Das ist wie das Pendeln zwischen zwei Polen. Es sichert permanente Bewegung. Poetisch Politik zu machen und politisch zu dichten – die Gedanken und Gefühle auf beiden Seiten profitieren davon. Man sollte Politikern ihre poetische Seite nicht verweigern. Politiker können Poeten sein und umgekehrt.

Als ich vor den Vereinten Nationen gemeinsam mit Kofi Annan gesungen habe, geschah das spontan. Einfach, weil sich die Gelegenheit ergab. Ich war an einem sehr ernsthaften Ort. Mir wurde erlaubt, für ein, zwei Stunden Musik dorthin zu bringen. Eine Gelegenheit, die Sphären zu vermischen. Ich habe dort zum Beispiel den brasilianischen Dichter Vinícius de Moraes zitiert. Ein Poet, der zugleich Diplomat war und einige der bekanntesten brasilianischen Lieder geschrieben hat.

Meine afrikanischen Wurzeln habe ich recht spät entdeckt, wenn ich bedenke, dass ich von Schwarzen abstamme. Ich komme aus Bahia, dem Zentrum schwarzer Kultur in Brasilien. Aber es dauerte lange, bis ich mir dessen bewusst wurde. Ich wurde zu einem Mitglied der petite bourgeoisie erzogen. Ich sollte einer dieser Ärzte oder Anwälte werden. Ein Mitglied der modernen Gesellschaft, kosmopolitisch, großstädtisch, international orientiert. Ich wurde nicht darauf vorbereitet, über meine Ursprünge nachzudenken. Deshalb hat es etwas länger gedauert, bis ich mir bewusst wurde, dass wir in Brasilien eine starke afrikanische Kultur haben.

Uniformismus ist das vorherrschende Prinzip unserer Zeit. In der globalisierten Gleichförmigkeit ist es besonders wichtig, einen Begriff davon zu haben, wer man selbst ist.

Einer meiner großen Träume ist, dass in Brasilien eine gemeinsame Identität entsteht aus all den vielfältigen Strömungen, Religionen, Bevölkerungsgruppen und Kulturen, die in unserem Land leben. Ich wünsche mir eine Identität, die Verschiedenheit als Wert erkennt. Das ist eine Aufgabe, vor der im Grunde die gesamte Menschheit heute steht. In dieser Hinsicht ist Brasilien ein sehr aktuelles Land.

Musik ist Teil unseres Universums, Teil unserer kollektiven Identität. Musik kann die Welt verändern und verändert sich mit der Welt. Musik ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen auf der Erde. Die Menschheit hat Musik als eine ihrer wichtigsten Kommunikationsformen entwickelt. Mit Musik teilen wir uns mit, dass sich die Erde dreht.

Ich habe Bob Marley einen Bruder genannt, den ersten Popstar der Dritten Welt. Ein anderer Bruder im Geiste war John Lennon, dessen Londoner Konzert mit der Plastic Ono Band zu den großartigsten Erlebnissen meines Lebens zählt. Was Marley und Lennon gemeinsam hatten, das war die Fähigkeit zur Imagination.

Sie waren große Erfinder. Sie waren Revolutionäre. Sie haben die Wahrnehmung von Popmusik verändert. Die Art Songs zu schreiben und sie aufzuführen. Sie haben vollkommen neue Stile geschaffen. Wir Menschen sind noch immer Fleisch. Und Blut. Let it bleed!, wie die Rolling Stones einmal gesagt haben. Vielleicht kommt das Licht der Erleuchtung am Ende, wenn der Vorgang des Blutens sich erschöpft hat. Wenn wir am Ende in einen anderen Zustand übertreten. Wenn wir sterben. Der Tod ist der einzige Begriff, den wir davon haben, was es bedeutet, einen Zustand des Nichts zu erreichen. Von vollkommener Leere. Wenn die Bewegung zum erliegen kommt, körperlich und geistig – vielleicht ist das der Augenblick, in dem das Licht sich durchsetzt. Am Ende ist nur Licht. Und Dunkelheit. Der Dialog zwischen Licht und Dunkelheit, in einer Sprache, die nicht mehr unsere ist. Vielleicht ist das der Punkt, an dem man endlich fähig ist, nicht mehr fähig zu sein.

Ich bin jetzt 63 Jahre alt. Das Alter hilft, sich den fortlaufenden Veränderungen des Lebens anzupassen. Es fließen zu lassen. Es bluten zu lassen. Es sein zu lassen. To let it be. Und ich fühle mich immer wohler damit. Es ist ein glücklicher Zustand, in dem ich mit allem zufrieden bin, was immer mir geschieht. Trotz einer kleinen Unruhe, die immer bleibt, macht der Tod mir keine Angst.

(Dies sind Auszüge aus einem Artikel, der unter dem Titel  "Ich habe einen Traum" in "Die Zeit" vom 28. Juli 2005 erschienen ist und  auf Aufzeichnungen von Ralph Geisenhanslüke basiert).
 


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Historisches Zentrum ("Centro Histórico) Salvadors (auch einfach –in Anlehnung an den Name des bekanntesten Platzes der Altstadt- Pelourinho oder Pelô genannt): hier handelt es sich –mit seinen 354 Gebäuden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert- um den umfangreichsten kolonialen Architekturkomplex Lateinamerikas, der seit 1985 als Teil des Kultur-Erbes der Menschheit unter dem Schutz der UNESCO steht. 

Igreja (=Kirche) e Convento (=Kloster) de São Fransisco: befinden sich in der Praça Anchieta (praktisch in einer Verlängerung des Terreiro de Jesus). Die dem Kloster angegliederte Kirche ist wegen der überreichen Vergoldung des Schnitzwerks das den ganzen Innenraum überzieht, in ganz Brasilien bekannt. Ihre Zweiturmfassade mit Obergeschoß hat bei Kirchenbauten im Recôncavo Baiano Nachahmung gefunden. (aus:“Brasilien“: DuMont Kunst- Reiseführer).



Igreja Basílica de Nosso Senhor Bom Jesus do Bonfim: diese auf einer Anhöhe der Halbinsel Itapagipe in dem im Portugal des 18. und 19. Jahrhunderts gebräuchlichen neu- klassizistischen Stil erbaute Kirche (seit 1927 Basilika) ist wohl das bekannteste Gotteshaus Salvadors und wurde von 1746 bis 1754 erbaut. Das Jesus- Bildnis (Statue) auf dem Hauptaltar wurde bereits 1745 von Lissabon nach Salvador gebracht. Das Haus wurde 1991 auch von Papst Johannes Paul II besucht.
Die in jedem Januar stattfindende „Lavagem do Bonfim“ (wörtlich „Waschung des Bonfim“), bei der in weiß gekleidete Bahianas die Treppe der Bonfim- Basilika symbolisch reinigen, ist die wichtigste öffentliche religiöse Feier Bahias. Sie ist sowohl eine Huldigung des Orixás Oxalá (Aussprache: Oschalla, mit Betonung auf der Endsilbe), der durch den höchsten Gott Olorum, bzw. Olodumaré erschaffen wurde und der mit Jesus Christus gleichgesetzt wird, als auch von Jesus selbst. Somit handelt es sich gleichzeitig um eine Feier der Candomblé- Religion als auch der katholischen Kirche.

Ilê Aiyê: wurde 1974 –während der Militär-Diktatur in Brasilien- gegründet, mit Bezug zu Afrika und unter dem Eindruck von Soul-Musik und Black Power aus den USA" (aus "Die Macht der Trommeln", von Petra Schaeber, Archiv der Jugendkulturen Verlag KG). Es handelt sich um den ersten nach dem letzten Weltkrieg entstandenen sog. “Bloco Afro”, in dem grundsätzlich ausschließlich Schwarze als Mitglied zugelassen werden.Die “Blocos Afro” sind Musik- und Perkussionsgruppen, welche Elemente der Candomblé- Riten in ihrem Repertoire einsetzen (z.B. den Rhythmus und Tanz eines jeden Orixás und die jeder Gottheit entsprechende Kleidung). Sie kritisieren scharf die sozialen Diskrepanzen und die rassischen Vorurteile in Bahia und spielen gesellschaftspolitisch eine wichtige Rolle, da sie viel für die Bildung und Verbesserung des Arbeitsverhältnisses, bzw. Der sozialen Lage, der schwarzen Bevölkerung Bahias tun. Der Name Ilê Aiyê bedeutet auf Yoruba “Haus des Lebens”. Traditionell finden die “Ensaios” (Proben) von Ilê Aiyê im Stadtteil Liberdade von Salvador statt.
 

Imbassaí: kleine Siedlung inmitten tropischer Natur, 90 km von Salvador entfernt. Parallel zum Meer fließt der Fluss Imbassaí durch die Siedlung und mündet nach 1 km im Meer, so dass „Wechselbäder“ (im Meer und im Rio Imbassaí) möglich sind.  
                                Foto: W.Otto
 
 
 


Literatur zu Brasilien, bzw. zu Bahia:
Petra Schaeber/Alexander Busch, Bahia: Salvador, Brasiliens Osten, Köln 2001 (DuMont- Verlag): dieses Buch empfehle ich den Mitreisenden aufgrund der kurz gefassten und trotzdem ausführlichen und sensibel verfassten Grundinformationen über Bahia.

Gut fand ich auch (mit der Einschränkung, nicht alles, was "meine" Brasilienreisenden interessiert, gelesen zu haben):
Gesine und Joachim Kunst: Brasilien, Licht und Schatten (Weishaupt Verlag), mit einer kurzen und gut dargestellten Geschichte des Landes im ersten Teil und einer lebendigen Reisebeschreibung im zweiten;
John Noble, Andrew Draffen, Robyn Jones, Chris Mc Asey und Leonardo Pinheiro: Brazil; (Verlag: Lonely Planet Publications), mit Detailinfos zu Orts- Verhältnissen u. Unterkünften;
Siegfried Schacht und Almute Heider: Brasilien, Reiseführer mit Landeskunde (Mai Verlag);
Andreas Neubauer, Afro- Brasilien (Promedia- Verlag).

Mercado Modelo: ist ein großer und viel von Touristen aufgesuchter Markt in einem 1861 errichteten Gebäude, in dem ein großes Angebot an Kunsthandwerk und sonstigen, Bahia- typischen, Gegenständen zum Verkauf angeboten werden. In einem großen, zur Straße hin offenen Raum finden fast den ganzen Tag lang Capoeira- Vorführungen statt (von Zeit zu Zeit werden kleine Geldspenden für die Darsteller erbeten).

Moqueca: bahianischer Fisch- oder Krabbeneintopf, der in einem schwarzen Tontopf auf einem heißen Untersatz serviert wird. Da bei der Zubereitung viel Palmöl (óleo de dendê) verwendet wird, an das sich europäische Mägen nur schwer gewöhnen, empfiehlt es sich an Stelle der Moqueca einen Ensopado zu verlangen (dieser enthält die gleichen Zutaten, aber nur wenig Palmöl).


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Museu Afro- Brasileiro: das Museum ist Ergebnis der Kooperation zwischen Brasilien und verschiedenen afrikanischen Staaten und wurde 1982 eingeweiht. Es bezeugt den bedeutenden afrikanischen Einfluss auf die brasilianische Kultur, wie wir ihm im Bundesstaat Bahia und insbesondere in Salvador auf Schritt und Tritt begegnen.
Das Museum beherbergt mehr als tausend Ausstellungsstücke, wie Masken, religiöse Gegenstände und Kleidungsstücke. Die Objekte stammen mehrheitlich aus Nigeria, dem Gebiet des ehemaligen Belgisch Kongo, Benin und Mosambik. Manche Stücke wurden vom Anthropologen Pierre Verger gesammelt. Andere Schenkungen wurden von den Mestres de Capoeira Bimba und Pastinha eingebracht (aus der Tageszeitung A Tarde, Salvador, 5.9.04).

Museu  de Arte Moderna: siehe unter Solar do União. Im Internet finden Sie  eine ausführliche Liste der unzähligen Museen Salvadors. 

Música Brasileira (als Teil des Sprachkurses): Brasilien ist ein an Musikalität sehr reiches und vielfältiges Land. Im Sprachkurs werden Texte brasilianischer Lieder als Element zum spielerischen Umgang mit der Landessprache eingesetzt. Oben (hier klicken)  finden Sie Auszüge aus einen Artikel in "Die Zeit", in dem Gilberto Gil, einer der brasilianischen Musikgenies und ehemaliger Kulturminister Brasiliens sich über Musik und sein Leben äußert.

Orixás :ursprünglich sind dies Gottheiten der Yorubas in Afrika. Diese wirken im Spannungsfeld zwischen dem allerhöchsten Gott Olorum (auch Olodumaré genannt) und den Menschen (laut Olga Cacciatore). Anmerkungen zu einzelnen Orixás finden Sie unter „Dique do Tororó“.

Paraty: Das Städtchen liegt  am Atlantik  zwischen Rio de Janeiro und São Paulo. Es ist eine Reliquie aus der Kolonialzeit, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und war zur Zeit der  Versklavung von Indianern und (anschließend und vorwiegend) Afrikanern Haupthafen für die Ausfuhr von Gold aus dem Landesinneren. Dort endete nämlich der sog. “Caminho do Ouro“ (Weg des Goldes). Später wurde von dort Zuckerrohr und anschließend Kaffee aus dem zwischen Rio de Janeiro und São Paulo gelegenen Paraiba- Tal verschifft. Die Ladungen landeten dann vorwiegend in Portugal, bzw. in Europa. Der Ort ist reich an historischer Architektur aus dem 17. Jahrhundert und Sie gehen dort über sehr unebenes Kopfstein-Pflaster. Bei hoher Flut durchspült das Meerwasser einige der Gassen. Dort steht auch das Geburtshaus der Mutter von Thomas Mann, Julia Mann, die hier ihre ersten sieben Lebensjahre verbrachte.Ausgehend von Paraty können Sie Teile des überwältigenden und endlich zunehmend unter Naturschutz stehenden Atlantischen (Regen-) Waldes kennen lernen, sowie unzählige Strände und Inseln besuchen.

Pelourinho (abgekürzt "Pelô"): Beide Bezeichnungen werden generell für die Altstadt von Salvador benutzt. Der „Largo do Pelourinho“ (wörtlich "Platz des Prangers") ist einer der Plätze Salvadors, wo in früheren Zeiten schwarze Sklaven öffentlich malträtiert („bestraft“) wurden. Siehe auch unter „Historisches Zentrum“.

Praia do Forte: das ehemalige Fischerdorf Praia do Forte befindet sich 50 km nördlich des Flughafens von Salvador und grenzt an ein Naturreservat. Es verfügt über eine sehr gute touristische Infrastruktur: sehr schöne Strände und Lagunen mit Riffen zum Baden, auch gut geeignet für den Tauchsport, eine hübsche Flaniermeile zum Einkaufen und Speiselokale für jeden Geschmack. Auf Betreiben des deutschen Besitzers eines Großteils des Ortes wurde viel zur Entwicklung eines funktionierenden Ökotourismus unternommen und sogar eine Schule für die Erwachsenenbildung (inklusive Lesen und Schreiben Lernen) eingerichtet. Im Ort befindet sich auch eine der Schildkrötenschutz- Stationen des von der staatlichen Erdölgesellschaft materiell geförderten „Projeto Tamar“. Von hier aus starten auch Exkursionen zur Beobachtung von Walen.
 


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Projeto Axé/ Straßenkinder- und jugendliche in Salvador: sozialpolitisches Projekt, welches sich besonders um Straßenkinder und jugendliche Stadtstreicher  kümmert, ihnen Schutz, Nahrung, sozialpsychologische Betreuung sowie ein Dach über dem Kopf bietet und ihnen zudem eine berufliche Ausbildung in spezialisierten Werkstätten, einem Papierrecycling-Projekt und im EDV-Bereich ermöglicht.

Der nachfolgende Auszug aus einer Reportage von Peter Dammann, erschienen in der TaZ vom 20.3.2004 unter dem Titel "Überleben im Pappkarton/ Die Straßekinder im brasilianischen Salvador leben gefährlich, das Hilfszentrum Axé weist Wege aus der Obdachlosigkeit" verdeutlicht das Wirken des Projektes:

Das Geschäftsviertel Comércio ist ein Verkehrsknoten der Millionenstadt Salvador, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Bahia. Hier starten viele Buslinien, hier fahren die Fähren zu den Inseln, hier ist der Überseehafen mit seinen Frachtschiffen, hier sind die großen Banken und Bürohäuser. Ein gefährliches Revier: Selbst am Tage werden Menschen an den Bushaltestellen von bewaffneten Banden überfallen, Bankkunden verfolgt und ausgeraubt.

Nachts schlafen Hunderte Obdachloser in den Eingängen der Bürohäuser, zwischen den Büschen auf den Verkehrsinseln oder in Pappkartons am Zaun des Yachthafens. Dreißig Straßenkinder, die ohne ihre Eltern hier leben, kennen die Streetworker des Projekts Axé namentlich. Als Badezimmer dient den Kindern der kleine Fischerhafen. Sie arbeiten als Schuhputzer, bekommen von den Straßenhändlern kleine Hilfsjobs oder betteln Touristen an. Ihre sichersten Einnahmen aber haben die Kinder durch sexuelle Dienstleistungen. Geschäftsleute, Seemänner, Taxifahrer und Touristen sind es, die sich selbst von Neunjährigen oral bedienen lassen, für umgerechnet fünfzig Cent.

Die Polizei ist kein Schutz, bisweilen sogar im Gegenteil. Die vierzehnjährige Luala hatte mit ihren Freundinnen nachts in einer Hausruine gegenüber den Markthallen geschlafen, als der Polizist mit den gelben Augen kam, "Katzenauge" genannt. Er schickte alle Mädchen weg, nur Luala musste bleiben und wurde von ihm vergewaltigt, als sie es abgelehnte, ein "Programm" für ihn zu machen.

Veronica Santanas, die Koordinatorin der Streetworker von Axé, hat ihr Büro im neunten Stock eines Bürohauses in Comercio. "Luala will Katzenauge anzeigen, sie ist mit unseren Streetworkern unterwegs", berichtet sie. Die 44-Jährige arbeitet schon von Anfang an bei Axé, einer brasilianischen NGO, die vor dreizehn Jahren gegründet wurde und für die Rechte der Straßenkinder kämpft. Axé - was im Afrobrasilianischen soviel wie die Energie des Lebens bedeutet - ist für die Straßenkinder Salvadors einer der wenigen Fluchtwege von der Straße. Das Projekt wird zu fünfzig Prozent vom brasilianischen Staat finanziert, der Rest stammt aus Spenden oder Fördergeldern von Organisationen wie Unicef.

Die Streetworker helfen den Kindern, Ausweispapiere zu beantragen, sie versuchen, den Kontakt zu den Eltern wieder aufzubauen, sie bringen die Kinder wieder in die Schule und sie sind die Brücke von der Straße in die verschiedenen Axé-Projekte. In der historischen Altstadt hat die Organisation ein dreistöckiges Haus, in dem Vierzehn- bis Siebzehnjährige Kurse in Mode, Tanz und Capoeira belegen können. In den Gruppen gibt es auch Gespäche über Liebe, Sex und Drogen. Die Jugendlichen sollen über die künstlerische Betätigung vermittelt bekommen, dass sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen müssen - und können. Vor allem sollen sie herausbekommen, was sie sich für ihr Leben wünschen.

Im Lauf der Jahre hat Axé hunderten von Kindern gezeigt, dass es auch für sie ein Leben jenseits der Obdachlosigkeit geben kann. Axé hat das Denken über die Straßenkinder in Brasilien verändert; selbst staatliche Streetworker und Polizisten besuchen Fortbildungen und Menschenrechtsseminare bei Axé. Trotzdem, sagt Veronica Santanas, reiche die Energie der zwölf Streetworker oft nicht aus, um auch nur die ihnen bekannten Kinder zu schützen.

Nach neuesten Zählungen gibt es jetzt weniger Kinder, die ganz ohne Verwandte in der Stadt leben, dafür hat der Anteil der Kinder zugenommen, die zwar ein Elternhaus haben, aber in der ganzen Stadt unterwegs sind, weil sie zuhause nicht gut aufgehoben sind. Teilweise gehen sie zur Schule, sie arbeiten jedoch auf der Straße und schlafen auch dort, wenn sie den letzten Bus verpasst haben. Nicht nur im Zentrum sind sie unterwegs, sondern auch in den reicheren Vierteln.

Der Leiter des Unicef-Büros in Salvador, Ruy Pavan, geht davon aus, dass heute 15.000 Kinder manchmal und dreihundert Kinder permanent auf der Straße leben. Die Kinder beider Gruppen sind jünger geworden, die meisten sind heute zehn bis fünfzehn Jahre alt. Das Schlimmste ist, wenn sie in die organisierte Kriminalität verwickelt werden, Crack rauchen und als "Flugzeugchen" arbeiten, als Drogenkuriere.

"Es wird immer schwerer für uns, die Kinder zu schützen", erklärt Veronica Santanas. "Das Klima ihnen gegenüber wird immer aggressiver, und sie sind schutzloser, seit größere Gruppen der Straßenkinder von der Polizei aufgelöst werden." Sie holt eine zwei Tage alte Tageszeitung aus ihrem Schreibtisch. Auf der Seite mit den Polizeiberichten ist ein Bild eines Rechtsanwalts, Allen Stanley aus den USA, ein Mann in kurzen Hosen und weißen Haaren, zirka fünfzig Jahre alt. Er wurde im Comercio mit einem zwölfjährigen Straßenmädchen in flagranti beim Oralverkehr erwischt. Der Polizei war Stanley schon bekannt, aber bisher hat er sich noch immer aus dem Gefängnis freikaufen können.

"Die größte Gefahr auf der Straße ist, dass du beim Schlafen mit einem Stein erschlagen, mit einer Flasche erstochen oder mit Benzin übergossen und angezündet wirst. Das ist vielen Kindern aus unser Gruppe passiert, viele sind gestorben", erzählt Alex. Der Achtzehnjährige lebt schon seit zwölf Jahren auf der Straße. Gangs, die Straßenkinder umbringen, gibt es vor allem in den Vororten. Und dann fährt noch der weiße Kombi des Jugendrichters wie ein Hundefänger durch die Stadt. Er fängt Straßenkinder und bringt sie ins CAM, die Casa de acolhimento do menor, ein Kindergefängnis.

Was passiert mit ihnen im CAM? Alex: "Im CAM machen sie dich kaputt, sie sind wahre Bestien, sie fesseln dich und sperren dich in eine Zelle mit fünfzig bs zweihundert anderen. Besonders schlimm ist es während des Karnevals, dann sind doppelt so viele im CAM eingesperrt."

Am nächsten Tag sitzen die zwei Streetworker, die das vergewaltigte Strassenmädchen Luala zur Polizei begleitet haben, im Koordinationsbüro. Sie sind niedergeschlagen. Luala ist aus einer sicheren Unterkunft abgehauen und wieder auf der Straße unterwegs, sie hat es ohne Drogen nicht ausgehalten. "Wenn Katzenauge von der Anzeige erfahren hat, schwebt sie jetzt in Lebensgefahr", sagt Veronica Santanas. Und mit einem Seitenblick auf die aufgewühlten Streetworker: "Die beiden müssen erst noch lernen, dass wir nicht das Schicksal der Kinder sind. Wir können nur eine Hilfe sein, wenn die Kinder das Leben auf der Straße verlassen wollen.

Projeto Tamar: mit dem Ziel, Meeresschildkröten vor dem Aussterben zu bewahren durch eine Reaktivierung ihres durch die Einwirkung des Menschen stark gestörten Fortpflanzungszyklus, gründete das Brasilianische Umweltinstitut (Instituto Brasileiro do Meio Ambiente, kurz IBAMA genannt) 1980 das Projekt TAMAR (der Name steht für tartarugas marinhas= Meeresschildkröten). Die Schutzstation in Praia do Forte widmet sich der Erforschung dieser Tiere und ihres Lebensraumes und schützt sie in den Gebieten, in denen die Eierablage erfolgt.(unter: ibama praia do forte zahlreiche infos im Internet!)

Salvador (Hauptstadt des Bundesstaates Bahia): die Stadt schmiegt sich an die Allerheiligen-Bucht (Bahia de Todos os Santos) und den Atlantik. Die Bahia de Todos os Santos ist mit ihrem Küstenstreifen von ca. 200 km die größte Bucht Brasiliens und wurde im Jahr 1501 von einer portugiesischen Expedition unter dem Kommando von Amerigo Vespucci entdeckt. Die Stadt selbst wurde erst 1549 gegründet und war von da an bis 1763 Sitz der Portugiesischen Krone auf dem amerikanischen Kontinent und bis ins 18. Jahrhundert wichtigster Hafen in der südlichen Hemisphäre. Sie wurde im 17 Jahrhundert von den Holländern zerstört und bald darauf wieder durch die Portugiesen aufgebaut. Auffällig ist der hohe Anteil dunkelhäutiger Menschen in der Bevölkerung, was darauf beruht, dass Salvador ein wichtiger Landeplatz im Handel der Portugiesen mit versklavten Menschen aus Afrika war. Salvador gilt als Musikhauptstadt Brasiliens.
Im Internet finden Sie ausführliche aktuelle Beschreibungen der Stadt.


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Santo Amaro da Purificação, Cachoeira und São Felix: die Orte befinden sich im sog. “Recôcavo Baiano”, einem weit ausgedehnten Gebiet um die Baia de Todos os Santos. Auf den Weg dorthin fahren wir durch ausgedehnte Zuckerrohrfelder. Das Leben in diesen Städten –es sind eher Dörfer- bewahrt noch charakteristische Züge aus der Kolonialzeit. Die Gegend war damals das Zentrum des Zuckerrohranbaus, der die Portugiesen dazu brachte, in großer Zahl schwarze Sklaven aus Afrika zur Arbeit in diesen Plantagen zu zwingen.
In Santo Antonio lohnt es sich auf jeden Fall, den „urigen“ Markt zu besuchen, wo es Produkte aus dem Recôncavo Baiano zu kaufen gibt. Sie ist Geburtstadt von Caetano Veloso und seiner Schwester Maria Bethania, beides Top- Stars der brasilianischen Musikszene. Cachoeira, 120 km von Salvador entfernt, ist reich an Gebäuden im portugiesischen Barockstil. In Cachoeira befindet sich auch der künstlerische Nachlass des expressionistischen Malers, Holzschnitzers und Filmemachers Karl-Heinz Hansen, bzw. “Hansen- Bahia“, wie er sich nannte. Er wurde 1915 in Hamburg geboren. Nach einer Malerlehre diente er bei der Marine, nahm am 2. Weltkrieg teil und erlebte das Kriegsende an der Oderfront. Kriegserlebnisse beeinflussten stark sein künstlerisches Schaffen. Er schuf seit 1946 Holzschnittfolgen und Einzelblätter religiösen und zeitkritischen Inhalts. 1949 reiste er nach Brasilien, arbeitete und lehrte zunächst in São Paulo, wo auch seine ersten Ausstellungen stattfanden, und übersiedelte dann nach Salvador Bahia. Nach einem Lehraufenthalt in Äthiopien kommt er nach Brasilien zurück und wird brasilianischer Staatsbürger. Er starb 1978 in São Felix, wo er zuletzt wohnte. Sein dortiges Wohnhaus und Atelier ist der Öffentlichkeit zugänglich. São Felix, gegenüber von Cachoeira ebenfalls am Paraguaçu- Fluss gelegen, ist auch Sitz einer weltbekannten Zigarren- Manufaktur, deren Erzeugnisse den Ruf genießen, mit den kubanischen konkurrenzfähig zu sein. (Quellen: insbes.

Schutz der indigenen Bevölkerung: als Beispiel dafür, dass ein Schutz der Indianer auch mit dem Schutz des Regenwaldes zusammenhängt erwähne ich hier einen Artikel der Organisation Rettet den Regenwald e.V.:

Brutaler Polizeiangriff auf zwei Indianerdörfer in Brasilien
Ende Januar 2006 haben 120 Polizisten im brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo mit brutaler Gewalt Siedlungen der indigenen Völker Tupinikim und Guarani überfallen, um sie von einem 11.000 Hektar großen Grundstück zu vertreiben. Das Land hatten die Indigenen im Sommer 2005 friedlich besetzt, nachdem der Zellstoff-Riese Aracruz Celulose es fast 40 Jahre lang illegal genutzt hatte. Bitte schicken Sie Protestmails an den brasilianischen Präsidenten Lula und seinen Justizminister.

„Segensdienstag“ (=Terça da Benção )Jeden Dienstag finden im Historischen Zentrum –nach Eröffnungsgottesdiensten in den Kirchen Nossa Senhora do Rosário dos Pretos (speziell diese Messe ist sehr erlebenswert: oft wird der Gesang von Trommelwirbeln begleitet, es ist wirklich eine afrobrasilianische Feier!) und São Fransisco - öffentliche Feiern und Auftritte von Musik- und Perkussionsgruppen sowie Capoeira- Vorführungen statt. Dienstag ist nämlich Santo Antonio (Sankt Anton)- Tag. Dieser katholische Heilige steht in Bahia für den „Orixá“ des Krieges Ogum*, dem auch die Erschaffung des Eisens und der Metalurgie zugerechnet wird. Es handelt sich um den Sohn des obersten Orixás Oxalá und der Göttin des Meeres Yemanjá, der mit seinem Messer die Wege bahnt (An jedem Sonntag außerhalb der Karnevalszeit finden übrigens im Pelô von 18 bis 22:00 gratis- Proben von Musikgruppen statt).

*Ogum wird u.U. auch mit Sankt Georg  "synkretisiert".


Solar do União (Kunst- und Kulturkomplex): zu dieser Anlage gehören die Casa Grande, das zweistöckige Herrenhaus aus dem 17. Jh., in dem das Museu de Arte Moderna untergebracht ist, und vier verschieden Galpões (Schuppen), auch Senzalas (Sklavenhäuser) genannt, weil dort Sklaven wohnten und arbeiteten. Ab dem 18. Jh. diente der Solar als Zuckersiederei, später als Reisschälerei und im 19. Jh. als Manufaktur für Rapé (Schnupftabak). In der Casa Grande ist die permanente Ausstellung mit Werken vieler bedeutender zeitgenössischen Maler Brasiliens. Im zweiten Stock der Casa, in den Galpões und der Kapelle gibt es Wechselausstellungen. Das Museum besitzt auch ein kleines Auditorium für Veranstaltungen. Im Untergeschoss der Casa Grande befindet sich ein Restaurant, in dem Folkloreveranstaltungen stattfinden (aus dem sehr zu empfehlenden Buch von Petra Schaeber und Alexander Busch: Bahia / Salvador, Brasiliens Osten, Köln 2001).

Soziale Widersprüche in Brasilien: laut UN leben 22 Prozent der Brasilianerinnen und Brasilianer von weniger als zwei US-Dollar am Tag, womit der Hunger auch heute noch ein weit verbreitetes Phänomen ist. Auf der anderen Seite verfügen zehn Prozent der Bevölkerung über nahezu die Hälfte des Volkseinkommens. Nur ein Prozent der Grundbesitzer nennt fast die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche sein Eigen, dagegen verteilen sich weniger als drei Prozent der Landfläche auf drei Millionen Kleinbauern, viele haben gar nichts.
(aus: Heft 286 von Informationen zur politischen Bildung, 1.Quartal 2005. Herausgeberin: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Den vollständigen Artikel über Brasilien können Sie hier anklicken).

Diese Diskrepanz dürfte die Basis bilden für eine aus Perspektivlosigkeit und Armut erwachsende und recht hohe Kriminalitätsrate im Land. Siehe z.B. im Film "Cidade de Deus" (City of God), der uns eine Idee davon vermitteln möchte.

Speisen und Getränke: In Bahia ist allein schon die bunte Vielfalt tropischer Früchte ein Hochgenuss. Auch die afrobrasilianischen Speisen sollte man/frau sich keinesfalls entgehen lassen. In den Speiselokalen werden Sie überall Namen von afrobrasilianischen Gerichten wie Abará, Acarajé, Vatapá, Caruru, Xinxim, Moqueca ...usw. begegnen. Überall können Sie "água de coco" (Kokoswasser, aus der frischen Kokosnuss) und erfrischende Fruchtsäfte oder Frucht-Milch- Mischgetränke (sog. "Vitaminas") genießen.

Stadtteil Barra von Salvador: am Porto da Barra (Hafen von Barra) wurden die ersten Häuser der entstehenden Siedlung gebaut, die sich dann zur heutigen Stadt Salvador ausweitete.
 

„Terça da Benção“ (= Dienstag des Segens)Jeden Dienstag, finden im Historischen Zentrum –nach Eröffnungsgottesdiensten in den Kirchen Nossa Senhora do Rosário dos Pretos (rechts im Bild) und São Fransisco - öffentliche Feiern und Auftritte von Musik- und Perkussionsgruppen sowie Capoeira- Vorführungen statt. Dienstag ist nämlich Santo Antonio- Tag. Dieser katholische Heilige steht in Bahia für den „Orixá“ des Krieges Ogum, dem auch die Erschaffung des Eisens und der Metalurgie zugerechnet wird. Es handelt sich um den Sohn des obersten Orixás Oxalá und der Göttin des Meeres Yemanjá, der mit seinem Messer die Wege bahnt. An jedem Sonntag außerhalb der Karnevalszeit finden im Pelô von 18 bis 22:00 gratis- Proben von Musikgruppen statt.



Terreiro de Jesus: einer der meist besuchten Plätze in Salvadors Altstadt. In seiner Mitte versinnbildlicht ein 1855 erstellter Brunnen die vier großen Flüsse Bahias (São Francisco, Paraguaçu, Pardo und Jequitinhonha). Dort steht die Kathedrale Basílica da Sé, die ehemalige Kirche des brasilianischen Jesuitenkollegs. Sie wurde von 1657 bis 1672 erbaut. Auf dem Platz befinden sich noch die Kirchen Santo Domingos und São Pedro dos Clérigos, deren Pforten sich allerdings nur für Messebesucher öffnen.

Wald in Brasiliens Küstenregion:
Einst erstreckten sich die brasilianischen Küstenregenwälder, die „Mata Atlântica“, von der Grenze Argentiniens ca. 2500 km nach Norden. Bereits 94 Prozent dieser Wälder, die zu den artenreichsten der Welt gehören, fielen dem Raubbau zum Opfer.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit APREMAVI, einer brasilianischen Umwelt-organisation, wollen der BUND (genaueres dazu im Internet) und das Agenda-Büro der Stadt Heidelberg ein „Heidelberger Wäldchen“ im Süden Brasiliens pflanzen. APREMAVI bemüht sich seit 1988, die restlichen Wälder zu schützen und die Mata Atlântica wieder aufzuforsten. Dafür hat die Organisation eine große Baumschule mit einer Produktion von 400.000 Setzlingen im Jahr aufgebaut, die 80 (!) verschiedene heimische Baumarten anbietet.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit von APREMAVI ist die Umwelterziehung, denn eines der größten Probleme ist die mangelnde Information der Bevölkerung. In einem Schulungszentrum finden Seminare und Kurse statt, die über die Bedeutung der Wälder für die Umwelt und für den Menschen sowie über eine ökologische Waldnutzung aufklären. Jährlich werden hier 1000 Besucher empfangen, darunter Landwirte, Facharbeiter, Lehrer und Schüler.

Bei dem für das Heidelberger Wäldchen vorgesehenen Areal handelt es sich um ein Gelände der Gemeinde Atalanta im Bundesstaat Santa Catharina, 800 km südlich von São Paulo. Hier entsteht der „Parque Mata Atlântica Ano 2000“. Das Heidelberger Wäldchen wird um einen 41 Meter hohen Wasserfall im Zentrum des Parks gepflanzt. Einen kleinen Eindruck gibt auch ein 4-minütiger Ausschnitt aus dem Film "Heidelberg- Stadt der Zukunft" des Agenda-Büros der Stadt Heidelberg.


Quellen für diese Infos: Andreas Neubauer, Afro- Brasilien, Wien 1995; Darcy Ribeiro, O povo brasileiro, São Paulo 1995; Olga Gudolle Cacciatore, "Dicionário de Cultos Afro-Brasileiros",  Ed. Forense-Universitária, Rio de Janeiro 1977; Gesine und Joachim Kunst, "Brasilien, Licht und Schatten", Weishaupt Verlag,2003; Petra Schaeber/ Alexander Busch, Bahia: Salvador, Brasiliens Osten, Köln 2001; "Die Zeit" vom 28.7.2005; "Die Macht der Trommeln", von Petra Schaeber, Archiv der Jugendkulturen e.V., Berlin 2006 und weitere, o. g. Quellen.
 

 

 
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